Hirudotherapie oder Blutegelbehandlung erlebt zur Zeit Wiedergeburt. Diese alte, natürliche und wirkungsvolle Heilmethode wurde ohne Grund in Vergessenheit geraten. Die Geschichte der Blutegelbehandlung führt in die alten Zeiten zurück. Bei Untersuchungen der ägyptischen Pyramiden haben Archäologe Bilder über die Verwendung der Blutegel als Heilmittel entdeckt. Die Hirudotherapie wurde weit und breit in Altgriechenland, Altindien, China und Rom angewendet. Hippokrates, der Begründer der Medizin, hat über „Methoden der Blutegelbehandlung“ geschrieben. Avicenna, der andere berühmte orientalische Vorgänger der Medizinwissenschaft, hat in seinem Werk „Das Kanon der Medizin. Das Heilbuch” eine große Bedeutung auf die Blutegeltherapie gelegt. Dieses Werk galt bis zum 17. Jahrhundert als das wichtigste Lehrbuch für Ärzte. Aus zaristischem Russland wurden jährlich nach Westeuropa ca. 70 Mio. Blutegel ausgeführt. Sie genossen großer Beliebtheit in Frankreich, wo 80 bis 100 Millionen Blutegel pro Jahr gebraucht wurden.

         Doch die rasche Entwicklung der Pharmaindustrie verdrängte diese Heilmethode aus der praktischen Medizin. Chemische Präparate setzten sich im Markt durch und trieben die Medizin zur Verzweiflung. Die Zahl der chronischen Erkrankungen nahm zu, ihre Heilung war meist wirkungslos. Die Menschheit schaute immer mehr auf die Naturlheilmethoden und die Natur zurück. Hippokrates hatte doch gesagt: "Arzt heilt – Natur verheilt“.
 

 

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